Obwohl Dating-Apps heute ein gängiger Weg geworden sind, neue Leute kennenzulernen, gehen sie für Menschen mit Behinderungen nach wie vor mit erheblichen Barrieren einher. Um das zu ändern, müssen wir uns fragen: Wie müssen Dating-Apps aussehen, um für Nutzer:innen mit Behinderungen wirklich inklusiv und barrierefrei zu sein?
Im Rahmen meiner Bachelorarbeit am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) plane ich Co-Design-Workshops, um Dating-Apps zugänglicher zu gestalten. Dazu werden wir bestehende Ideen bewerten und gemeinsam neue Konzepte für eine vollständig barrierefreie Dating-App entwickeln.
Wer kann teilnehmen?
Menschen, die sich selbst als Person mit Behinderung (sichtbar und unsichtbar, inklusive Neurodivergenz) verstehen
Mit Dating-App-Erfahrungen
Teilnahme ab 18 Jahren
Wie läuft das Ganze ab?
Format: Online oder in Person, in einer kleinen Gruppe oder als Einzelinterview. Du entscheidest, was für dich am besten passt!
Barrierefreiheit: Vollständige Barrierefreiheit ist die Grundvoraussetzung für den Workshop. Lass mich gerne wissen, was du für die Teilnahme benötigst.
Vergütung: 15 €/Std. als Dankeschön für deine Zeit und Expertise.
Interessiert? Kontaktiere mich direkt unter svenja.assmus@student.kit.edu. Den offiziellen Flyer zur Studie schicke ich dir bei Interesse gerne zu.
Bitte teilt diesen Aufruf, um Dating-Apps nicht nur barrierefrei, sondern auch gerecht und angenehmer für alle zu gestalten. Vielen Dank für eure Unterstützung!
Schritt 1: Dating/Kennenlern-apps dürfen nicht „pay 2 win“ sein.
Erst wenn diese Hürde überwunden ist, machen andere Maßnahmen und Anpassungen Sinn. Aktuell sind es aber meines Wissens nach alle; auch die, die sich selbst schon als neurodivers-freundlich vermarkten.
Tja, ganz schön behindert, dein Aufruf. Neurodivergente Menschen direkt mit „behindert“ anzusprechen, ist einfach daneben. Sicherliche wird man durch Neurodivergenz im Alltag be-hindert, aber oft liegen die Hindergrungsgründe hier auf der Seite der Gesellschaft, anders z.B. als bei jemandem, der blind oder taub ist.
Zweitens, durch die Limitierung „mit Datingerfahrung“ schließt du genau die Leute aus der Grundgesamtheit aus, die vermutlich besonders explizite Hinderungsgründe anzugeben haben.
Drittens, die Vergütung weit unter Mindestlohn ist ein Witz. Alleine schon, dass es egal ist, ob Einzelpersonen oder Gruppen, schreit „Scam“. Das ist doch methodisch für eine Forschung völlig unbrauchbar und riecht stark nach „lol lass mal schauen wie wir eine weitere Scam-App entwickeln können“.
Ich bitte dich, auf den respektvollen Umgang zu achten. Einen Aufruf als behindert zu bezeichnen, ist nicht sachlich oder respektvoll.
Viele neurodivergente Menschen sind auch behindert und freuen sich über barrierearme Angebote. Kritik an dem Aufruf ist natürlich ok, aber bitte sachlich bleiben.
Wer zur Zielgruppe gehört, kann sich immer frei entscheiden, um eine wissenschaftliche Arbeit zu unterstützen, an einer Studie oder Umfrage teilzunehmen oder nicht.
Üblicherweise bekommt man auch kein Geld dafür, wenn der Aufwand für die Teilnahme nicht zu groß ist.
Auch wenn oben in der Beschreibung das Wort „Vergütung“ verwendet wurde, handelt es sich um eine Aufwandsentschädigung.
Da spielt der Mindestlohn keine Rolle.
Alle Postings zu wissenschaftlichen Umfragen werden von unserem Team geprüft, bevor sie freigegeben werden.
Wenn konkrete Hinweise auf wissenschaftliches Fehlverhalten oder Verstöße gegen ethische Standards vorliegen, nehmen wir das selbstverständlich ernst.
Die bloße Vermutung, dass eine Studentin ihre Bachelorarbeit nur als Vorwand für kommerzielle Zwecke nutzt, reicht dafür jedoch nicht aus um einen Beitrag zu entfernen.
Die 15 € pro Stunde sind hier keine Bezahlung für eine Arbeitsleistung und kein Gehalt, sondern eine Aufwandsentschädigung für die Teilnahme an einer wissenschaftlichen Studie bzw. einem Co-Design-Workshop im Rahmen einer Bachelorarbeit.
Deshalb ist der Vergleich mit Mindestlohn oder einem Arbeitsverhältnis nicht passend.
Zum Begriff „behindert“:
Viele neurodivergente Menschen betrachten sich selbst als Menschen mit Behinderung oder haben einen Grad der Behinderung.
Andere lehnen diese Bezeichnung für sich ab. Beides ist legitim.
In der Ausschreibung wurde ausdrücklich erwähnt, dass auch unsichtbare Behinderungen und Neurodivergenz mitgemeint sind. Niemand wird dadurch verpflichtet, sich selbst als behindert zu bezeichnen.
Inhaltliche Kritik an der Studie oder den Einschlusskriterien ist selbstverständlich möglich.
Ich möchte aber darum bitten, auf pauschale Unterstellungen wie „Scam“ zu verzichten und stattdessen konkrete Kritikpunkte sachlich zu benennen.
Das hilft sowohl den Forschenden als auch der Diskussion deutlich mehr.
Es kann aber nicht sein, dass man sich sowas wie Sichtbarkeit, mehr Swipes pro Tag oder die Möglichkeit jemanden direkt anzuschreiben erkaufen kann. Das sendet meiner Meinung nach ziemlich klar die message aus, dass man es nur Wert ist überhaupt jemanden kennenzulernen, wenn man es bezahlen kann.
Es ist außerdem Exklusivität im ursprünglichen Sinne: Viele Menschen werden dadurch entweder direkt ausgeschlossen oder derart entmutigt, dass sie es gar nicht versuchen wollen.
Bin auch nicht auf dem neusten Stand, aber je nach App ist das wohl immer noch so und solche Ungleichheiten kommen dann noch zu den Problemen dazu, ja.
Es gestaltet sich sehr schwierig eine Vermutung zu beweisen, wenn der Flyer nur per Mail und auf Nachfrage versendet wird. Außerdem fehlen wesentliche Informationen. Um diese zu erhalten, soll ich eine Mail schreiben. Dafür würde ich ja einen Teil meiner Anonymität aufgeben. Insgesamt würde ich meinen ersten Kommentar auch nicht als „Vermutung“ bezeichnen.
Dem komme ich aber gerne nach, im folgenden meine Kritik, so ausführlich wie ich gerade schafffe.
Ich möchte meine Kritik vor allem auf die Formulierungen stützen- dass im Rahmen einer Bachelor-Arbeit ein „Konzepte für eine vollständig barrierefreie Dating-App“ entwickelt werden soll. Hier möchte ich auf die Verwendung des Plurals (Konzepte) sowie auf das Ziel verweisen. Ich lese heraus, dass das Ziel der BA ist „Ideen (zu) bewerten“ und „Konzepte (zu) entwickeln)“. Das erscheint mir sehr viel Arbeit für eine Arbeit die in der Regel von Anmeldung bis Verteidigung etwas 300 Stunden umfasst.
Auch ihr als Mods habt ja beispielsweise das Wort „Vergütung“ kritisiert. Das Wort wird im Kontext von Arbeit und Leistung verwendet. Das deutet ja doch darauf hin, dass ein Bewusstsein dafür herrscht, dass hier (mentale) Arbeit geleistet wird. Ich frage mich auch ehrlich wie eine BA Studentin 15€/ Std pro Teilnehmer*in bezahlen kann. Um eine halbwegs repräsentative Stichprobe zusammen zu bekommen, wird sie einige Leute benötigen!
Konzepte und die Erstellung dessen wird in der Regel vergütet!
Und weiter: es fehlen Informationen. Wer ist die zuständige Dozentin? Wie lautet der Studiengang? Computer und Data Science? Ist er akkrediert? Gibt es eine Ombusstelle? Oder eine Vertrauensperson?