Für meine Master-Thesis im Fachbereich Psychologie untersuche ich Erfahrungen im Diagnoseprozess bei Autismus-Spektrum-Störung (ASS), Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und deren gemeinsamem Auftreten (AuDHS).
Ich möchte mit dieser Arbeit dazu beitragen, dass persönliche Erfahrungen in der Forschung sichtbar werden und untersuchen, welche Einflussfaktoren bisher wenig Beachtung gefunden haben.
Kernthemen:
Camouflaging / Masking: das Verstecken eigener Eigenschaften bzw. Aufrechterhalten einer Fassade
Delegitimierung: das Gefühl nicht ernst genommen zu werden
Mögliche hormonelle Einflussfaktoren
Eckdaten:
Ab 18 Jahren Keine formale Diagnose erforderlich - auch Selbstverdacht zählt Dauer: ca. 15-20 Minuten Anonym über SoSci Survey voraussichtlich bis 31.07.2026
Von der Fragestellung fühle ich mich gerade sehr abgeholt, da ich völlig unterschiedliche Erfahrungen gemacht habe. Daher meine Frage: Was mache ich denn, wenn ich bei der ASS-Diagnostik eine total gute Erfahrung gemacht habe (z. B. Masking und Hochbegabung berücksichtigt wurden) und bei der ADHS-Diagnostik das Gefühl hatte, dass Dinge wie Masking, Hochbegabung und bereits diagnostizierte ASS nicht abgefragt und berücksichtig wurden?
Hallo
also es wird allgemein die Erfahrung mit der Diagnostik erhoben, unabhängig davon, ob es sich um ASS, ADHS oder beides handelt. Die Erfahrung wird daher in der Häufigkeit „nicht erlebt“, „vereinzelt erlebt“ und „wiederholt erlebt“ gemessen. Du kannst also gerne angeben, wie oft du bestimmte Situationen insgesamt erlebt hast, auch wenn sie nur bei einem der beiden Prozesse vorkamen.
@elli.n Danke für deine Antwort! Im Laufe des Fragebogens fiel mir dann auch auf, dass die Antwortmöglichkeiten das ja abdecken
Finde den Fokus auf hormonelle Einflussfaktoren spannend, auch wenn meine Antworten in dem Fall nix Hilfreiches beitragen. Viel Erfolg bei deiner Thesis!
Ich würde gerne teilnehmen, bin aber verunsichert was alles zum Diagnoseprozess gehört und was „vereinzelt“ oder „mehrfach“ nun genau bedeutet… zähle ich die Erfahrungen mit meiner Therapeutin dazu, die mir die Verdachtsdiagnose ausgestellt hat aber bei der ich die Diagnostik nicht gemacht habe? Die Hausärztin, die ich um Hilfe gebeten habe? Oder nur ganz konkret die Erfahrungen mit Stellen, zu denen ich gegangen bin um eine Diagnostik durchführen zu lassen? (Dann ist das meiste 50-50 und wäre wahrscheinlich „Vereinzelt“? Aber vereinzelt klingt für mich irgendwie nach „in der Mehrheit nicht“, während wiederholt die mich nach „in der Mehrheit ja“ klingt, aber nichts davon passt zu einer 50-50 Verteilung? Wenn es denn überhaupt auf die konkrete Diagnostik beschränkt ist?)
Kein Problem! Danke fürs Nachfragen, die Frage ist total nachvollziehbar und überhaupt nichts, wofür du dich entschuldigen musst.
Mit „Diagnoseprozess“ meine ich nicht nur die konkrete Diagnostikstelle, sondern alle Kontakte mit Fachpersonen, die im Zusammenhang mit ASS/ADHS Verdacht, Abklärung, Verdachtsdiagnose, Überweisung oder Diagnostik standen. Also z. B. auch Therapeut:innen, Hausärzt:innen oder andere Fachpersonen, wenn sie Teil dieses Weges waren. Nicht gemeint sind Kontakte, die mit dem Thema ASS/ADHS gar nichts zu tun hatten.
„Vereinzelt“ meint eher einmalig oder in wenigen einzelnen Situationen. „Wiederholt“ meint mehrmals, über mehrere Termine hinweg oder bei mehreren Fachpersonen. Es muss dabei nicht unbedingt „in der Mehrheit der Fälle“ bedeuten. Wenn es sich für dich ungefähr 50/50 anfühlt, wähle einfach die Option, die deinem Gesamteindruck am nächsten kommt.
Und danke für den Hinweis, ich habe die Information im Fragebogen etwas angepasst.
Interessantes Forschungsthema und items finde ich spannend gewählt- regt zum Nachdenken an.
Während ich das so ausfülle, stolpere ich bei manchen Fragen (erwartbar) über Schwierigkeiten im Erinnern und Körperwahrnehmung (konkret gerade bei Menstruation).
Ich persönlich kann das - auch im Moment selbst- nicht unbedingt festmachen/ auseinanderhalten und/oder mich nach dem Moment selbst nicht unbedingt ausreichend erinnern, was jetzt in welcher Phase eventuell anders war.
Zumindest für mich persönlich wäre eine Antwortmöglichkeit in Richtung „erinnere mich nicht ausreichend“/ „kann ich nicht beurteilen“ hilfreich, da ich sonst bei allen Antworten von „trifft nicht zu“ bis „trifft zu“ im Grunde das Ergebnis verfälsche.
Oder eventuell auch nur der Hinweis, dass man diese items dann besser überspringt.
Aber möglicherweise habe ich das auch trotz Nachsehen überlesen .
Vllt auch für die Arbeit bzw. weil so nischig, nicht weiter relevant. So, wie ich es verstehe, haben einige neurodivergente Menschen damit Schwierigkeiten.
Vielen lieben Dank für deine Rückmeldung! Ich kann gut nachvollziehen, dass retrospektive Fragen zum Zyklus nicht für alle Personen gleich gut einschätzbar sind. Der Menstruations-Teil ist als Screening gedacht und fragt daher nach deutlich wahrnehmbaren zyklusbezogenen Veränderungen und Beeinträchtigungen. Wenn du bei dir kein deutliches Muster erkennst, passt „trifft nicht zu“ oder „trifft eher nicht zu“ gut als Antwort.
Ich nehme das aber auf jeden Fall als Feedback für zukünftige Erhebungen mit!